Der Apriorist - Blog 01. Aug. 2011

Recht und seine Unbestimmtheit

von Norbert Lennartz

Tags: Recht, Rechtspositivismus | Comments (0)

Viele Leute sind sich über den Definitionsmangel von „Recht“ nicht im Klaren. Sie verwenden das Wort zu allen Gelegenheiten und wundern sich darüber, wenn man von ihnen verlangt, sich klarer auszudrücken. Der Hinweis, dass selbst in keinem Fachbuch eine konkrete Definition von „Recht“ zu finden ist, überrascht sie und macht sie nur wenig stutzig, weil der Glaube an einer Institution des „Rechts“ für sie gesellschaftlich elementar erscheint. Wie kann „Recht“ dann so sinnfrei sein wie andere soziale Worthülsen?

Aber dies ist kein Zufall, sondern eine Notwendigkeit für den Rechtspositivismus. Nur durch diese Beliebigkeit kann ein System, das Regeln erzwingt, eine politische Zustimmung oder Duldung erfahren, die sich auf den politischen Teil bezieht, während der formale Teil als „Recht“ nicht mehr hinterfragt werden kann. Dies macht den Rechtsstaat sogar zu einem wesentlichen Propagandawerkzeug mit dem die schäbigsten politischen Absichten in eine geachtete „ethische“ Institution eingekleidet werden können.

Mit einem Begriff von „Recht“, der tatsächlich verbindlich definiert wäre, wäre ein Rechtsstaat wahrscheinlich nicht aufrecht zu erhalten.




Kommentare (1)

  1. freiheitistunteilbar:
    May 21, 2012 at 04:10 PM

    Hallo Norbert,

    widerspricht Hans Hermann Hoppes Definition von Selbsteigentum der Humschen Sein-Sollen-Dichotomie, wie Hardy Boullion darlegt?

    IMHO entkernt er die Logik und sein Interkontraktual Libertarismus bleibt selbstreferentiell inkonsistent, oder sehe ich das falsch?





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