Der Apriorist - Online Journal 1.1 veröffentlicht: 16. Sep. 2010

Die Anatomie des Staates

von Murray Rothbard

Murray Rothbard

Abstract: Murray Rothbard untersucht in sieben Kapiteln die Anatomie des Staates. Er beginnt zunächst mit einer Begriffsklärung, um mit völlig falschen Vorstellungen über den Staat aufzuräumen. Er behandelt wie der Staat durch seine eigene Anatomie unkontrollierbar wird und was die Führer eines jeden Staates logischerweise anstellen, um den Staat in seinem Bestehen zu schützen. Rothbard zeichnet die Geschichte als Wettrennen zwischen staatlicher und sozialer Macht.

Tags: Rothbard, Staat | Comments (0)

Einleitung

'The Anatomy of the State' ist eines der eindringlichsten literarischen Werke Murray Rothbards. Es wurde mehrmals veröffentlicht*. LIBERTARIAN ALLIANCE veröffentlichte es zusammen mit der Abbildung von Goyas Saturn**, ein Bild, welches die rechte Stimmung zu dem Werk verleiht und schreibt dazu:

Abbildung 1: Goyas 'Saturn'.
Das Monster frisst seinen Sohn.

„Die Leute sind sehr ambivalent in ihrer Haltung zum Staat. Obwohl es ein tiefen und wohl begründeten Argwohn gibt, dass der Staat eigentlich ihren Belangen schadet, existiert ebenso ein grundsätzliches Gefühl — zumindest in Demokratien — dass der Staat besteht, um einige essentielle und nützliche Funktionen für seine Bürger auszuüben. Murray Rothbard zeigt sich von all dem ungestört. Der Staat 'repräsentiert' nicht seine Bürger in irgendeiner bedeutungsvollen Weise. Eher raubt er im Territorium seiner Gerichtsbarkeit unter Gebrauch seines Gewaltmonopols seine Bürger aus. Abgeneigt durch natürliche Mittel (wie Produktion und Tausch) Wohlstand zu erreichen, beschert der Staat eine relativ sichere Methode zur Konfiszierung von Eigentum zugunsten Dritter und begünstigt so das Wachsen von parasitischen Gruppen. Rothbard behandelt, wie der Staat seine Macht gerade dadurch behält, dass er diesen Gruppen mit ihrem etablierten ökonomischen Nutzen zur Absicherung ihres Fortbestehens zuarbeitet. Besonders wertvoll für den Staat sind die Intellektuellen, die den Herrschern Gründe liefern, weshalb der Staat existieren muss und warum seine Bürger nicht ohne existieren könnten. Wir mussten Herrscher haben, da Gott gesagt habe, dass sie — da gerecht und weise - nötig seien, und — das ist die Argumentation seit dem 20ten Jahrhundert — weil wir jemanden für den wirtschaftlichen Gesamtplan bräuchten. Rothbard diskutiert ausgiebig die aufkommenden Schwierigkeiten, um staatliche Macht zu kontrollieren und zu begrenzen; so zum Beispiel für die parlamentarische Demokratie, welche als Kontrolle der Macht in den absolutistischen Monarchien begann und für die Unterstützung des Staates pervertiert wurde. Wie Herbert Spencer anmerkte, ist das „Heilige Recht der Könige“ durch das „Heilige Recht des Parlaments“ ersetzt worden, und die Ansprüche der Letzteren sind nicht weniger erhöht als die der Ersteren. Dies und eventuell mehr führt Rothbard zur Schlussfolgerung, dass „das Problem des Staates erwiesenermaßen so weit weg von einer Lösung ist wie nie zuvor.“ Und es ist nicht gerade ein Zufall, dass das blutigste Jahrhundert der Weltgeschichte von der Wiederbelebung des Glaubens an staatlicher Macht prägend begleitet war. Die Libertarian Alliance denkt, dass das grundlegende Verständnis der plündernden Natur staatlicher Herrschaft die sicherste Methode ist diesen Trend zu bewerten und die Arbeit der großen Anti-Etatisten des 17ten bis 19ten Jahrhunderts fortzusetzen. Mit diesem Ziel republizieren wir die klassische Analyse Murray Rothbards über den Staat.“




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