Der Apriorist - Online Journal 1.2 veröffentlicht: 23. Sep. 2010

Privatisierung des Rechts und der Schiedsgerichtsbarkeit

von Bryan Caplan und Edward Stringham

In den USA und im internationalen Recht ist private Schiedsgerichtsbarkeit in vielen Wirtschaftsbereichen der Alltag der Rechtspraxis. Die Autoren vergleichen die privaten Funktionen mit denen des Staates und zeigen die Wirksamkeit des Privatrechts anhand von aktuellen Beispielen auf.

Tags: Rechtsprivatisierung | Comments (0)

Abstract: Muss der Staat bei Streit zwischen Bürgern Recht sprechen? Gelehrte verschiedener Perspektiven haben zunehmend Zweifel an der Idee, dass der Staat die einzige Quelle des Rechtes ist oder es sein sollte. Dies gilt sowohl für heterodoxe Rechtswissenschaftler als Befürworter des Rechtspluralismus als auch für libertäre Ökonomen, die für die Privatisierung des Rechtes stehen. Beide Gruppen weisen darauf hin, dass staatliches Recht Probleme aufweist und dass es nicht-staatliche Alternativen gibt. In diesem Artikel werden einige Probleme mit dem öffentlichen Gerichtssystem diskutiert und es werden ihnen einige gewinn-orientierte Alternativen gegenübergestellt.

Edward Stringham

Das heißt, den öffentlichen Gerichten fehlen a) Anreize, um kundenorientiert zu sein. Ihnen fehlen b) auch Preismechanismen und außerdem sind sie c) Problemen im Zusammenhang mit der Bereitstellung von bürokratischen Dienstleistungen ausgesetzt. Wenn Parteien ihre Gerichte (oder 'Tribunale') wählen können, dann müssen diese Gerichte im Gegensatz dazu Kunden bedienen und sorgsam mit der Erhaltung ihrer Ressourcen umgehen. Der Wettbewerb zwischen Schiedsrichtern erlaubt ggf. auch das Ausprobieren und die Bereitstellung von kundenspezifischen Dienstleistungen während das zentral geplante staatliche System für alles nur eine Lösung hat.

Die Gerichtswahl kann durch eine vertragliche Schiedsklausel einfach festlegt werden, und wir behaupten, wenn staatliche Gerichte sich einfach verweigern über verbindliche Schiedsvereinbarungen hinwegzusetzen, dann könnte leicht eine de-facto-Privatisierung stattfinden.

Dieser Artikel beschreibt, wie private Schiedsgerichtsbarkeit dem Markt ermöglichen könnte, externe Effekte zu internalisieren und erwünschte Dienstleistungen bereitzustellen.

BRYAN CAPLAN (Homepage) ist ein Dozent für Ökonomie an der George Mason University. Seine wichtigsten Interessengebiete sind Public Choice, Öffentliche Finanzen und Geldwirtschaft. Er hat im Economic Journal, dem Journal of Law and Economics, Social Science Quarterly, dem Journal of Public Economics, dem Southern Economic Journal, Public Choice und zahlreichen anderen Ausgaben publiziert. Er schrieb zuletzt das Public Choice Buch 'The Myth of the Rational Voter'. EDWARD STRINGHAM (link) hat einen privaten Lehrstuhl an der Fayetteville State University (Hackley Endowed Chair for Capitalism and Free Enterprise Studies), ist als außerordentlicher Gelehrter für das Mises Institute (Auburn) tätig und bekannt durch zahlreiche Interviews und Diskussionen in den Medien.
Er ist Präsident der Association of Private Enterprise Education und Editor des Journal of Private Enterprise.
Arbeiten: http://www.uncfsu.edu/sbe/resume/Stringham.pdf



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