Der Apriorist - Online Journal veröffentlicht: 30. Apr. 2012

Was Österreichische Gelehrte über Logik wissen sollten (und warum)

von Steven Yates

Steven Yates beleuchtet – ergänzend zur Praxeologie in Human Action – die Beziehungen zu den Grundlagen der Logik und gibt Hinweise auf die Beantwortung der empirischen Praktiken, die zwangsläufig im Konflikt mit der Logik stehen.

Der Artikel What Austrian Scholars Should Know About Logic (Any Why) wurde zuerst veröffentlicht im Quarterly Journal of Austrian Economics 8.3 (Fall 2005): 39-57.

Tags: Logik, Österreichische Schule | Comments (5)



Kommentare (5)

  1. Norbert Lennartz:
    May 10, 2012 at 10:25 AM

    Ein Review dazu befindet sich auf http://www.apriorist.de/modx/magazin/0301-review.html

  2. Bart:
    Aug 07, 2012 at 04:10 PM

    Vielen Dank für die Übersetzung und das Review.
    Nach dem Studium des Papers (und des Reviews) ergeben sich bei mir folgende (kleinere) Unklarheiten:
    1.
    „Die eingesetzten Mittel als auch das erstrebte Ziel – sowohl als Sachverhalte in der Welt wie als Mittel und Zweck betrachtet – sind vom bewussten Akteur, mit den zuvor in der Umgebung des Handelnden ausgewählten Optionen, unabhängig.“ (S.9, oben)
    Warum „unabhängig“ vom bewussten Akteur, wenn Handeln bewusst geschieht? Der Akteur wählt doch bewusst Mittel und Ziel seiner Handlung aus, also hängen diese von ihm ab?
    2.
    Die technischen Probleme des Empirismus am Beispiel der Raben-Paradoxie verstehe ich nicht ganz (S. 13, unten):
    Alle Raben=schwarz ≙ alle Nicht-Raben=nicht schwarze Dinge (falsch)
    Das verstehe ich (denn z.B. ist das Amselmännchen ein Nicht-Rabe, aber schwarz). Sobald ich aber das Äquivalent hinten umstelle (wie in der Fußzeile formuliert), sehe ich merkwürdigerweise nicht mehr den Widerspruch:
    Alle Raben=schwarz ≙ alle nicht schwarzen Dinge=Nicht-Raben (sollte auch falsch sein)
    (z.B. sind Schwäne nicht schwarze Dinge und Nicht-Raben) Worin liegt jetzt der Fehler?
    3.
    „Er (Mises) hat – im Gegensatz zu Objektivisten, die Ayn Rand folgen – behauptet, dass menschliches Handeln durch andere Faktoren motiviert ist als aus Vernunft in ihrem Sinne (46).“ (S. 18, mittig)
    Diese Aussage verstehe ich nicht. Vorher (S.8, mittig) schreibt nämlich Mises, „dass Handeln ein Ableger der Vernunft ist“. Wie kann also Mises hernach zum obigen Schluss kommen, dass es noch andere Motivationsfaktoren für menschliches Handeln als aus der Vernunft heraus gibt?
    Logik steht in Übereinstimmung mit der Vernunft, weil sie die Vernunft als ein Instrument des Wissens lehrt (siehe S. 3, oben bis mittig). Daraus lässt sich folgern, dass Logik „auf den Akt der Begründung selbst Bezug nimmt.“ Die Begründung ist wiederum keine andere Fähigkeit als der Verstand (das Verstehen). Bestätigt wird das alles nochmal von Mises: „Der menschliche Verstand ist kein Tabula rasa (...) Er ist mit einer Reihe von Werkzeugen ausgestattet (...)“ (S. 5, unten bis S.6, oben). Und: „Menschliches Wissen wird durch die Struktur des menschlichen Verstandes bedingt.“ (S.6, unten) Daraus schlussfolgere ich, dass sich der Verstand der Vernunft bedient, die selbst unveränderlich ist (siehe S.7, mittig). In Bezug auf die handelnde Person lässt sich urteilen, dass der menschliche Verstand menschliches Handeln als Gegenstand seiner Untersuchungen wählt, wodurch bewiesen ist, dass Handeln ein Ableger der Vernunft ist.
    Mises schreibt aber auch:
    „Wer den Menschen mit dem liebevollen Verstehen betrachtet, das das Um und Auf der Weisheit bildet, das den Seelenarzt zum Heilen befähigt und dem Geschichtsschreiber und dem Dichter die Gabe verleiht, das Menschliche darzustellen, wird erkennen, dass die Menschen irren und nicht immer die Vernunft zweckmäßig zu brauchen wissen.“ (Nationalökonomie, S. 594)
    Wie ist nun diese Diskrepanz (einerseits die Angewiesenheit der Menschen von der Vernunft, andererseits das Versagen vom Vernunftgebrauch) zu verstehen?

  3. Norbert Lennartz:
    Aug 17, 2012 at 10:09 AM

    1)
    "Action is the conscious employment of at least one means to achieve at least one prior-imagined end. The means employed, as well as the end achieved, considered as states of affairs in the world as well as means and ends, are independent of the conscious actor, with the former selected from the options present in the actor’s surroundings."

    "Handeln ist die bewusste Beschäftigung von mindestens einem Mittel, um mindestens ein vorgestelltes Ziel zu erreichen. Die eingesetzten Mittel als auch das erstrebte Ziel – sowohl als Sachverhalte in der Welt wie als Mittel und Zweck betrachtet – sind vom bewussten Akteur, mit den zuvor in der Umgebung des Handelnden ausgewählten Optionen, unabhängig."

    Um einen Übersetzungsfehler auszuschließen. Vielleicht ist es holprig.

    Ich denke, Yates betont den getrennten Status der Dinge, um klarzustellen, dass sie auch für Wesen gelten müssen, die nicht so funktionieren wie Menschen.

  4. Norbert Lennartz:
    Aug 17, 2012 at 10:29 AM

    2) Kein Fehler, sondern es gibt eine Behauptung über die "angeblich" schwarzen Raben, die es empirisch festzustellen gilt. Der Witz ist, dass die empirische Beobachtung, dass Schwäne nicht schwarz sind, ein bisschen die Vorstellung über die schwarzen Raben stützt, weil sie ja keine Raben und nicht schwarz sind, obwohl diese Beobachtung völlig irrelevant ist. Aber für den Empirismus taugt sie dennoch als Methode.

  5. Norbert Lennartz:
    Aug 17, 2012 at 10:52 AM

    3) Ja, bei Rand ist Vernunft eine Tugend an sich, erhält also einen eigenen Charakter. Mises bewertet das ja nicht, was vom homo economicus
    wegführt.

    Yates schrieb: "This paper has profited, hopefully, from a number of criticisms by Jörg Guido Hülsmann, although I remain responsible for any unclarities and errors it might yet contain." Das kann so eine Unklarheit sein, aber man kann letztlich sehen, was er meint.





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