Der Apriorist - Online Journal veröffentlicht: 09. Oct. 2012

Über die ultimative Rechtfertigung der Ethik des privaten Eigentums

von Hans-Hermann Hoppe

Der Artikel wurde zuerst in Liberty 2.1 (Sep. 1988): 20-22 veröffentlicht und erschien in Hans-Hermann Hoppe, The Economics and Ethics of Private Property. First Edition: Kluwer. 1993. Second Edition: Auburn, AL: Ludwig von Mises Institute, 2006.

Tags: Eigentum, Ethik | Comments (0)

Über diesen Artikel:

In den 1980er Jahren brachte Hans-Hermann Hoppe mit der neu formulierten Theorie der privaten Eigentumsethik dem Libertarismus ein grundlegendes Element bei: das Apriori der Argumentation. Zunächst schrieb er dazu in „Eigentum, Anarchie und Staat - Studien zur Theorie des Kapitalismus“ (1987), dann in „A Theory of Socialism and Capitalism“ (1989) und schließlich in „The Economics and Ethics of Private Property“ (1993). Diese Arbeit wurzelt in einer wichtigen Zusammenfassung, einem Kapitel mit dem Titel „On The Ultimate Justification of The Ethics of Private Property“1. Hier stellt er dar, wie sich durch sein Zutun die Theorie der Österreichischen Schule – gemessen an der von Mises – völlig verändert hat. Auch für Rothbard – als ein wichtiger und begeisterter Begleiter Hoppes – war diese Arbeit fortführend. In besagtem Kapitel analysiert Hoppe die Sicht von Ludwig von Mises, der hauptsächlich die europäische rationalistische Tradition repräsentiert. Mises behauptete, dass das Original menschlichen Handels („anthropological activity“) in der Ökonomie liege. Hoppe weitete diese Sicht des „ökonomischen“ Handelns darin aus, dass sie eine Form des sozialen Verhaltens ist, die grundsätzlich pragmatisch und logisch erklärbar ist. Hans-Hermann Hoppe fügt hinzu, was er für das fehlende Element in Mises Gedanken hält - nämlich eine rationale Rechtfertigung der libertären Position über privates Eigentum auf ethischen Grundlagen.2 Hoppe hält der „utilitaristischen“ misesschen Tradition „Wohlstand zu maximieren“ vor, nur diejenigen überzeugen zu können, die bereits diesem Ziel folgen. Hoppe meint dazu: „Für diejenigen, die diese Ziele nicht teilen, haben sie überhaupt keine überzeugende Kraft. Insofern ist die letztliche Analyse auf nichts weiter gegründet als auf ein Schiedsgericht der Treue.“ Ausgehend von dieser Überlegung sollte dieses ethische „Manifest“ mehr überzeugte Anhänger finden als es Mises konnte. Nun geschieht aber etwas, was die Beobachter der Szene, die wissen, wie Wissen üblicherweise angenommen wird, wenig überrascht. Denn bedauerlicherweise scheint es hier genauso zu sein. Hoppe überzeugt nur diejenigen, die bereits seiner apriorischen Anwendung Glauben schenken. Andere sind weder willens noch mental fähig sich mit Hoppe ernsthaft auseinanderzusetzen. Wie steht es aber wirklich um den Wahrheitsgrad und der Tragweite von Hoppes Eigentumstheorie? Dieser Text, als Grundlage einer ernsthaften wissenschaftlichen Debatte, soll in weiteren Beiträgen zu klären versucht werden.




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